150 + 15 - Die Heidelberger Stadtgespräche mit dem Plus

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Kultur + Kreativität

Die kreative Klasse

Willkommen in der kreativen Wirtschaft

Heidelberg steht nicht nur mit Städten wie Hamburg, Mannheim, Berlin oder München im Wettbewerb, sondern mit Singapur, New York, Tokyo und London. Warum? Weil aufstrebende Volkswirtschaften wie Indien und China technologisch immer weiter aufholen und gleichzeitig billiger produzieren können.

Deshalb ist Sony Chef Howard davon überzeugt, daß sich die Zukunft der reifen Industrienationen "nicht in den Niederungen der Massengüter, sondern auf der Höhe der Innovationsfähigkeit" entscheidet. Aber was ist innovativ?

Innovativ sind Unternehmen wie Google, Apple, 3M und Toyota, Procter & Gamble, Starbucks und IBM. Sie setzen auf Intelligenz, Wissen und Kreativität ihrer Mitarbeiter, neue Geschäftsmodelle und cleveres Marketing. Und das entsteht immer mehr in kulturell kreativen Städten und Regionen, womit wir wieder in Heidelberg wären! Und was zeichnet die kreative Wirtschaft aus?

Von der industriellen zur kreativen Ökonomie

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren weniger als 10 Prozent der Werktätigen in kreativen Bereichen tätig. Heute arbeiten in den hoch entwickelten Industrienationen 25-30 Prozent der Beschäftigten in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Technik und Entwicklung, Marketing und Design, Finanzen, Beratung und Recht, laborieren an den Schnittstellen von Technologie, Kreativität und Kultur.

Was heißt das für Deutschland, Baden-Württemberg und eine Stadt wie Heidelberg? Wir leben zwar im Zeitalter der Globalisierung, gleichzeitig wächst die Bedeutung der Städte und Regionen, weil sie die kreativen Köpfe aus aller Welt magnetisch anziehen.

Städte als Talentmagnete

So wie New York, London, Paris und Tokio. Sie repräsentieren die Oberliga der "globalen Talentmagnete", dicht gefolgt von Metropolen wie Chicago, Los Angeles, Frankfurt, Hongkong, Mailand und Singapur.

"Das sind die Hirne, ohne die globale Systeme auch weiterhin nicht funktionieren können", so Prof. Richard Florida, der die Rolle der Städte und Regionen im globalen Maßstab systematisch untersucht. Sein Fazit: Technologie, Toleranz und Talent entscheiden über die (wirtschaftliche) Zukunft eines Standorts. Und die sieht für Deutschland alles andere als rosig aus: Im "Euro-Kreativitäts-Trend-Index" rangiert die Bundesrepublik abgeschlagen auf Platz 12. Deutschland - führend in den Industrieprodukten von gestern?

Soft Skills und Hard Facts

Und wie sieht es morgen aus? Was sind die Meilensteine auf dem Weg zu Spitzenleistungen? Liest sich eigentlich ganz einfach: Zusammenarbeit stärken, Transparenz schaffen, Barrieren einreissen, Fehler tolerieren und kreative Leistung anerkennen. Die Konzentration auf solche "soft skills" schafft zudem eine hohe Bindung an ein Unternehmen.

Fehlt diese (wie bei 87% der deutschen ArbeitnehmerInnen), führt das laut dem "Engagement Index 2005" von Gallup zu einem "gesamtwirtschaftlichen Schaden zwischen 250,6 und 254,2 Millarden Euro". Noch Fragen?

Fazit

Die "kreative Klasse" ist ein Denkansatz, der sich (nicht nur) in Hinblick auf die Zukunft von Region und Stadt als tragfähig erweisen könnte. Die Konsequenzen daraus sind allerdings ebenso vielfältig wie weitreichend und für traditionelle Stadtverwaltungen eine, gelinde gesagt, grosse Herausforderung.

Weitere Details entnehmen Sie bitte den Linkempfehlungen, wir bedanken uns für Ihr Interesse, bleiben Sie uns gewogen und im zweiten Teil von "Kultur + Kreativität" geht es um "Wikinomics" und wie die Wirtschaft von Morgen aussieht, während unser zweiter Interviewpartner Jakob Köllhofer vom Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) sein wird.

Linkempfehlungen


» creative class group
Das Institut von Richard Florida

» Multimedia Showcase: Interviews und Videos von und mit Richard Florida

» Die grosse Karavane (Artikel aus brandeins)
Die kreative Klasse ist mobil. Aber wo zieht es die Wissensarbeiter hin? Der amerikanische Politologe Richard Florida hat ihre Fluchtwege vermessen

» Richard Florida und Frankfurt

» Die kreative Klasse in der "Wirtschaftswoche"

» Michael Fritsch and Michael Stützer: Die Kreative Klasse in Deutschland (.pdf)

» Podcast-Empfehlung: The rise of the creative class
Interview mit Richard Florida (englisch)

» Europäische Kreativindex

» Kreative Ökonomie


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